EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE ALTLANDSBERG
 


2018

Quo vadis, Kirchengemeinde?
Die Zukunftswerkstatt in der Region Strausberg

Dramatische Bilder in der Filmszene, in der der Apostel Petrus aus der in Flammen stehenden Stadt Rom flieht. Voller Furcht versucht er den Schergen Neros zu entgehen, die Jagd auf die junge Christengemeinde machen. Der römische Gottkaiser Nero schiebt die Verantwortung für die Gluthölle den Jüngern der neuen Religion in die Schuhe und hat sie doch selbst entfacht, um sich der friedlich Widerspenstigen zu entledigen. So die Legende, wie wir sie im Roman des Nobelpreisträgers Henryk Sienkiewicz nachlesen und uns im Hollywoodmonumentalfilm 
Quo vadis? mit Peter Ustinov vor Augen führen können.

Dramatisch überzogen, dieser Vergleich mit unseren Kirchengemeinden, oder? Wir sind keiner politischen Verfolgung mehr ausgesetzt, man trachtet uns in unserem Land nicht nach dem Leben und wir müssen uns nicht in geheimen Verstecken treffen, um der Ausübung unserer Religion nachzugehen. Und doch spüren und sehen wir, dass sich von den Rändern unserer Gesellschaft her  etwas verändert. Wir fühlen, dass nichts mehr unantastbar zu sein scheint. Unsere Gesellschaft verroht. In medialer wie physischer Hinsicht. Nie in Frage gestellte Tabus und gesellschaftlich anerkannte Regeln werden gebrochen und die dabei treibenden Kräfte ziehen in höchste politische Gremien ein. Daneben begleiten uns weltumspannende, globale Veränderungen. Die Gesellschaft altert und verschiebt damit auch die Strukturen in unseren Kirchengemeinden. Unsere Arbeitswelt verändert sich durch die Digitalisierung auf fundamentale Weise. Die Art, wie wir kommunizieren, vollzieht einen tiefgreifenden Wandel. Religiöser Fundamentalismus erreicht unseren Kulturraum. Ströme Geflüchteter hoffen auf ein menschenwürdiges Leben, oder überhaupt erst einmal auf ein Überleben in unserem reichen Land.

Kirche steht mitten in der Gesellschaft und ist für alle Menschen da. Doch sind unsere Kirchentüren wirklich immer so offen, wie wir das häufig gerne bildlich darstellen? Und wie gehen wir mit all diesen Veränderungen um? Welches Bild hat die Gesellschaft von der Kirche? Traditionalistisch, konservativ, offen oder doch auch immer noch widerspenstig friedlich, wie vor 2000 Jahren?

Wo kann ich mich als einzelnes Gemeindemitglied mit meiner Kraft und meinen, mir von Gott geschenkten Begabungen einbringen? Wo und wofür wollen wir als Kirche stehen? Wie sehen wir uns selbst in der aktuellen Situation? Wo wollen wir uns zusammen in 10 der 20 Jahren sehen?

Mit diesen Fragen hat sich die Synode des Kirchenkreises Oderland-Spree befasst und hat die Regionen im Kirchenkreis beauftragt, bis Ende 2019 regionale Konzeptionen kirchlichen Lebens zu erarbeiten. Vertreter der Gemeindekirchenräte unserer Region haben bei einem ersten Treffen mit dem Gemeindeberater und Organisationsentwickler Thomas Berger (Berlin) eine Zukunftswerkstatt verabredet.

Zur Kick-off-Veranstaltung traf sich am 10. März eine Gruppe von 20 teilnehmenden Haupt- und Ehrenamtlichen der Kirchenregion Strausberg unter der (An)-Leitung von Thomas Berger in der Müncheberger Stadtpfarrkirche. Es war ein Tag, der einem die Möglichkeit gab, sich bewusst zurückzunehmen, sich Zeit zu lassen. Stunden, die den Raum boten, die Situation der eigenen Gemeinde zu reflektieren. Es wurde auf das geblickt, was gelingt und auf das, mit dem wir ringen, uns schwertun und Veränderungen wünschen.

Ein hoffnungsvoller Tag, der vor der Dimension an bevorstehenden Aufgaben nicht den Blick verlor für Kompetenzen und Vielfalt, die wir schon jetzt in unseren Gemeinden abbilden. | eko

© Enrico Konkel

Öffentliche Baustellenbesichtigung in der Stadtkirche Altlandsberg

Wollten Sie schon immer einmal dabei sein, wenn einem 800 Jahre alten Sakralbau im Inneren ein frischer Anstrich verpasst und ihm dabei gleich noch unters Fundament geschaut wird? 
Mehr als 100 interessierte Besucher konnten dieser Einladung des Freundeskreises der Stadtkirche , der Evangelischen Kirchengemeinde und der Stadt Altlandsberg anlässlich des bundesweiten Tages der Städtebauförderung am 5. Mai nicht widerstehen und kamen voller Neugierde und Spannung, um sich im Rahmen einer Baustellenführung durch den Architekten Manfred Thon und der Restauratorin Alicia Pasternak im Beisein der Sanierungsbeauftragten der Stadt, Grit Burkhart, über die Befunde der Archäologen und die vielschichtigen Herausforderungen bei der Innensanierung der Stadtkirche Altlandsberg zu informieren. 
Einleitende Worte von Bürgermeister Arno Jaeschke und Pfarrer Johannes Menard zum Konzept der Städtebauförderung im Allgemeinen und insbesondere zu den finanziellen Anstrengungen der seit 1992 fortwährenden Altstadtsanierung Altlandsbergs, stimmten die Besucher auf die seltene Gelegenheit der Baustellenbesichtigung ein und warfen gleichzeitig den Blick auf aktuelle und zukünftige Projekte und Aufgaben im historischen Ensemble unserer Stadt. 

Dem archäologisch sensiblen Baugrund Rechnung tragend, wurden die Besichtigung und die begleitenden Erklärungen in kleinen Gruppen durchgeführt, um die frei- und offenliegenden Befunde der Grabungen zu schützen. Während Architekt Manfred Thon den wie eine offene, geschichtliche Wunde darliegenden Fußboden im Kirchenschiff für die Augen der Besucher sensibilisierte und von den Herausforderungen im Zusammenspiel zwischen Archäologie und Restaurierung, zwischen Zeitplan und bautechnischen Überraschungen referierte, öffnete sich den Wagemutigen, die das Baugerüst im Chor erklommen, förmlich der Himmel vor ihren Augen. 
Die Farbgestaltung der Rippen des Kreuzgewölbes, die freigelegten spätmittelalterlichen Malereien am Ostgiebel (Strahlenmadonna, doppelköpfiger Adler und Drachentöter Georg vor einer Burganlage) und die fratzenartigen Gesichter im Bereich der Gewölbebelüftungen versetzten die Betrachter um 500 Jahre in die vergangene Vorstellungswelt der Gläubigen, in die Bauzeit des nachträglich eingezogenen Kreuzgewölbes und seiner farblichen Gestaltung. 

Restauratorin Alicia Pasternak sprach mit leuchtenden Augen von den unerwarteten Befunden unter den Farbschichten vergangener Jahrhunderte. Jede dargestellte Figur hat ihre Attribute und lässt sich anhand dieses „Stempels“ identifizieren. Jede Farbe hat ihre Bedeutung in der Symbolik der Glaubensvorstellungen des Mittelalters. Wie wenig wissen wir heute noch davon … Umso wertvoller und bedeutender sind ihre Entdeckung und ihre Bewahrung. 

Ein herzlicher Dank geht an die Mitglieder des Freundeskreises der Stadtkirche und der Evangelischen Kirchengemeinde Altlandsberg, die den zahlreichen Interessierten durch ihre vorbereitenden Absprachen mit dem Architekten, den Restauratoren und dem Denkmalschutz diesen einmaligen Einblick in die Geschichte ermöglicht haben, die mit einem Bildvortrag zwischen den Führungen den bisherigen Bauabschnitt seit Oktober 2017 dokumentierten und für das leibliche Wohl ihrer Gäste sorgten. |
eko

© Enrico Konkel


Grußworte der Kirchengemeinde zur Konfirmation 
Von Werner Kootz | Pfingstsonntag | Schlosskirche 
Altlandsberg 


Liebe Konfirmierte, so muss es heute wohl korrekt heißen. Im vorigen Jahr habe ich noch liebe Konfirmanden gesagt. 

Also, liebe Konfirmierte,

ihr habt jetzt eine neue App.  Sie kostet nichts, ihr braucht sie nicht zu 
installieren, ihr braucht nicht mal ein Smartphone, um sie zu benutzen. Kein Aufladen, kein Aktualisieren, sie funktioniert wie eine Standleitung und ist 24 Stunden, an jedem Tag eures Lebens, geschaltet. Gott hat sie für euch angelegt und für jeden von uns auch. Wozu braucht ihr sie? Was könnt ihr tun - mit dieser App?

Sie ist wie jede andere ihrer Art eine Dienstleistung, eine Hilfestellung, eine Lebenshilfe. Gott hat sie euch zur Verfügung gestellt und heute zugesagt, ohne jede Gegenleistung. 
Sie ist eine feste Verbindung zu ihm und wird euch helfen, Lebenswege zu finden, sie wird Orientierungen geben. Sie wird euch begleiten in allem, was in eurem Leben geschieht. Sie wird auch bei euch sein in den Dunkelheiten des Lebens, selbst wenn es ganz schwierig wird. Sie wird euch trösten und erfreuen, die Schönheiten des Lebens fühlen lassen, sie wird euch tragen. Verlasst euch auf diese App Gottes. Die Älteren von uns, nennen sie Heiliger Geist.

Probiert es aus, ihr werdet nicht enttäuscht sein von dieser App und - sie ist garantiert frei von Schadprogrammen und Viren aller Art.

Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Tag. Seid willkommen in dieser Gemeinde und in jeder Gemeinde!


© Enrico Konkel



Ausflug der Kirchengemeinde - ein Rückblick
Von Petra Runge-Kuß


Wie in jedem Jahr haben sich interessierte Gemeinde- und Nichtgemeindeglieder wieder auf einen sonntäglichen Ausflug in die "weitere" Umgebung von Altlandsberg begeben. Leider waren wir in diesem Jahr am 17. Juni nur 32 Mitreisende. Dafür aber einige mit Rollatoren. 
Der Ausflug wurde daher so geplant, dass es nur kurze Wege zu bewältigen gab.

Mit dem Bus haben wir uns als erstes auf die Fahrt nach Bad Wilsnack gemacht. Dort haben wir am Gottesdienst in der Kirche St. Nikolai, auch Wunderblutkirche genannt, teilgenommen. Anschließend, nach kurzer Wartezeit, gab es eine Kirchenführung mit vielen interessanten Informationen zu der Geschichte rund um den Ort und die Kirche. Einen musikalischen Genuss konnten wir beim Orgelkonzert erleben. Es wurden alte und moderne Stücke interpretiert. 
Nach dem Pausieren und Sonne tanken auf der Bank bzw. einem kurzen Rundgang sind wir weiter zur Plattenburg gefahren. Dort konnten wir im Ratskeller der Burg unser Mittagessen einnehmen.

Nach einer etwa einstündigen Fahrt sind wir dann in Ribbeck im Havelland angekommen. Dort hatten wir eine Führung mit Informationen zu der Geschichte und den wahren oder nicht wahren Geschehnissen rund um die Familie von Ribbeck und dem besagten Birnbaum, der von Fontane so hervorragend in ein Gedicht gefasst wurde. Auch hier konnte die Kirche besichtigt werden. 
Anschließend begaben wir uns zum alten Schulhaus, das jetzt von einem Förderverein betrieben wird. Wir konnten uns ein altes Klassenzimmer ansehen und ein Stück Birnenkuchen genießen. Danach mussten wir wieder den Heimweg antreten.
Wir wollen uns bei Herrn Kuß bedanken, der wie in den vergangenen Jahren auch diese Fahrt wieder organisiert hat. Allen hat es gefallen, aber es war einigen auch etwas zu anstrengend. Im nächsten Jahr wird uns die Gemeindefahrt wieder an ein neues Ziel führen.

Aber wohin? Vorschläge werden gern entgegengenommen. Vielleicht sollten wir dann in der näheren Umgebung bleiben. Starten werden wir am 19. Mai 2019! Für alle, die sich diesen Termin schon vormerken möchten. 

© Petra Runge-Kuß