EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE ALTLANDSBERG
 


2017


Was wären wir ohne das Ehrenamt?

So war es auch in diesem Jahr nur mehr als folgerichtig, in einem würdigen Rahmen all denen zu danken, die sich unermüdlich und mit höchstem Engagement im Ehrenamt in den unterschiedlichsten Bereichen für eine bunte Vielfalt in unserer Kirchengemeinde einbringen.
Ist es nicht ermutigend mitzuerleben, dass der Rahmen für die Danksagungen von Jahr zu Jahr immer größer gefasst werden muss, da die bisherigen Räumlichkeiten dafür einfach nicht mehr ausreichend Platz bieten? So fiel die Wahl diesmal auf den Festsaal im jüngst restaurierten Brau- und Brennhaus in Altlandsberg und annähernd 70 Gäste folgten der Einladung des Gemeindekirchenrates am 27. Januar in die neue Lokalität. Neben der Danksagung für verschiedene Projekte wurde durch eine fortlaufend gezeigte Bilderserie deutlich, was doch alles im vergangenen Jahr in unserer Gemeinde geschehen ist. Ein wirklich beeindruckender bunter "Blumenstrauß"! Beim anschließenden üppigen Buffet ergab sich so ausreichender Gesprächsstoff, der im Rückblick eine Menge Spielraum für den Ausblick in ein spannendes Reformationsjahr 2017 bot.

In diesem Sinne nochmals ein herzlicher Dank an alle Engagierten, verbunden mit der Bitte und dem Wunsch, Sie auch im neuen Jahr als eine wichtige Stütze und Kraft in unserer Kirchengemeinde zu wissen!│eko


© Enrico Konkel

Taufe in Wegendorf

"Liebster Jesu wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören ..." So klang es am 8. April 2017 in der festlich geschmückten Wegendorfer Kirche zur Heiligen Taufe von Amira Schön. Als Taufspruch wählten ihre Eltern Nicole Thürling und Toni Schön Verse aus dem 18. Kapitel der Apostelgeschichte: "Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden." Diese biblischen Worte werden sie nun in ihr weiteres Leben begleiten. Dafür wünschen wir ihr Gottes reichlichen Segen und Schutz und heißen die junge Dame in unserer Gemeinschaft ganz herzlich willkommen.│Text und Foto © Manuela Wenzel


Martin Luther kam nie nach Altlandsberg ...


… und doch schaffte es die durch ihn ausgelöste Reformation der Kirche auch bis in unsere Stadt. Dass es dafür etwas mehr Zeit benötigte als anderenorts, lag in erster Linie an der berühmten Personalfrage. Erst durch einen Wechsel in der Führungsetage der brandenburgischen Hohenzollern konnte 1539 mit dem neuen Kurfürsten Joachim II. der evangelische Gottesdienst auch in der Mark Brandenburg gefeiert werden. Und da damals Religion gleichzeitig Chefsache war, taten es ihm seine Landeskinder gleich und vollzogen den Kurswechsel ganz nach dem Motto „Cuius regio, eius religio“ - wessen Gebiet, dessen Religion.

Ob dabei einfach der Schalter umgelegt wurde, ob die Mönche aus den Klöstern plötzlich ihre Kutten gegen Talare tauschten und ob die wertvollen goldenen Kruzifixe, Kelche und Monstranzen aus den Kirchen nur wegen der neuen religiösen Überzeugungen nicht mehr benötigt wurden und plötzlich verschwanden oder vielleicht doch irgendwo ...?
Antworten auf diese und mehr Fragen erhielten die über 30 Zuhörer, die der Einladung unserer Kirchengemeinde am 17. Mai 2017 ins Gutshaus Altlandsberg gefolgt sind. In einem Vortrag von Pfarrer Dr. Bernd Krebs, dem Beauftragten der EKBO für das Reformationsjubiläum und den Kirchentag 2017, konnten sie auf lebendige Art eintauchen in die Reformationsgeschichte der Mark Brandenburg und Details erfahren über brandenburgische bad guys der Reformation und widerspenstige und rebellische Kurfürstinnen.│eko


Epitaphausschnitt des Nikolaus Leutinger d.Ä. (evangl. Pfarrer der Reformationszeit) in der Stadtkirche Altlandsberg│© Torsten Ruske


Liebeskummer ist immer analog - Grußworte an die Konfirmanden
Stadtkirche Altlandsberg│Pfingstsonntag, 04. Juni 2017


Liebe Konfirmanden,


Liebeskummer ist immer analog.

Ihr könnt euch über das Internet kennenlernen, aber wenn Anna oder Sophie oder Paula sagen: „... es ist Schluss, ich will nicht mehr“, dann tut das weh in der Brust, ganz richtig weh. Daran ist nichts altmodisch. Ihr seid nicht von gestern, weil ihr ein Gefühl habt, das eure Großmutter auch schon hatte. Es gibt eben Dinge, die sich nicht verändern – die man nicht modernisieren kann, aktualisieren, weil sie immer aktuell sind.

Der Glaube ist auch so eine Sache. Die Kirche kann man verändern – man muss es sogar! Luther hat das vor 500 Jahren gemacht und wir sind gut beraten, uns ebenfalls darum zu bemühen. Die Kirche ist eine Institution, der Glaube aber ist Ausdruck einer Bindung zwischen Gott und dir. So etwas wie Liebe. In dieser Liebe solltet ihr bleiben. Ob ihr in diese Kirche geht oder in eine andere, ist nicht wichtig, aber auf den Glauben solltet ihr nicht verzichten. Und wenn euch das Wort Glaube zu altmodisch erscheint, ersetzt es durch das Wort Liebe – das wird nie unmodern.

Ich wünsche euch heute einen wunderschönen Tag und den Beginn einer lebenslangen Liebe zwischen euch und Gott.


Herzlichen Glückwunsch!

Euer Werner Kootz

© Enrico Konkel

"Von Angesicht zu Angesicht - Lutheraner und Reformierte in Altlandsberg" 
Ausstellungseröffnung am 17. Juni 2017


Während momentan für die drei großen Nationalen Sonderausstellungen zum 500. Reformationsjubiläum in Berlin, Eisenach und Wittenberg auf großen Werbetafeln, in den Printmedien oder betreffenden Onlineportalen werbewirksam der größte Hammer seit Luthers bildhaft so gerne dargestelltem Thesenanschlag geschwungen wird und die weltweiten Auswirkungen der Ablasskritik bis in alle Winkel seines protestantischen Erbes "breitgeklopft" untersucht werden, stellt man sich bei dieser gesellschaftlichen Dimension manchmal die Frage: Wie erlebte der mittelalterliche Durchschnittsbürger in den Städten oder der einfache Bauer auf dem Lande diese epochalen Umwälzungen? Inwieweit griff die von Luther ausgelöste Reformation in das unmittelbare Alltagsgeschehen des "normalen" Menschen ein? 

Das Kulturmarketing - Label 
Kulturland Brandenburg hat sich in diesem Jahr zusammmen mit den brandenburgischen Städten mit historischen Stadtkernen wie Kyritz, Brandenburg an der Havel und eben auch Altlandsberg genau diese spannenden und lebensnahen Fragen gestellt und sie gemeinsam mit Historiker*innen und den Akteuren vor Ort für die jeweilige Stadt beantwortet. Die feierliche Ausstellungseröffnung fand am 17. Juni 2017 auf dem Kirchplatz vor der Stadtkirche Altlandsberg statt und seitdem begeistern der Inhalt und die Art der kreisförmig angelegten Präsentation der Freiluftausstellung die Besucher.

Lassen Sie sich also herzlich zur Besichtigung der Ausstellung einladen, um insbesondere zu erfahren, welche Details der Reformationsgeschichte und Besonderheiten für Altlandsberg die monatelange Recherche der Historikerin Frau Dr. Silke Kamp und einem Team aus Vertretern der Stadt Altlandsberg und der Evangelischen Kirchengemeinde Altlandsberg unter dem dicken Teppich der Geschichte hervorziehen konnte.│
eko

 

© Rolf Borges


Reformationsandacht in Altlandsberg

Die kleine Reformationsandacht in Altlandsberg am 31.10. 2017 um 15 Uhr war nun unser Schlusspunkt nach einem Jahr voller Luther. Manche Nichtchristen fragten schon, wann es sich denn endlich „ausgeluthert“ habe. Das Jahr hatte es wirklich in sich, und was es alles an Luther-Devotionalien gab! Luther hätte sich wegen des Getue um seine Person und der Werbung bestimmt nicht immer positiv dazu geäußert! Die Lutherausstellung und die Stelen vor der Kirche haben uns und vielen Touristen Luther und die Reformation ein ganzes Stück näher gebracht. Kaum einer von uns wird sagen können, dass er das alles schon gewusst hätte!

Unsere Andacht fand unter der 
Leitung von Herrn Drusche und Herrn Kootz statt, da Herr Menard zur gleichen Zeit die Andacht in Hirschfelde hielt. Freudig überrascht waren wir, dass ca. 40 Leute gekommen waren, darunter unsere Konfirmanden. Zur Musik aus der Konserve haben wir natürlich kräftig mitgesungen – die Orgel ist eingehaust und zur Zeit nicht bespielbar. 

Zur Erinnerung an den Zeitpunkt der Reformation läuteten wir wie in allen evangelischen Kirchen im Land um 15.17 Uhr die Glocken, für die 500 Jahre dann stellvertretend 500 Sekunden lang!
Die Andacht war die letzte Amtshandlung in diesem Jahr in unserer Kirche – was lag also näher, als diesen Termin für Erläuterungen zum folgenden Baugeschehen zu geben – deshalb war dazu Herr Thon eingeladen worden. Herr Thon, der leitende Architekt der Renovierung, gab schon mal eine Einschätzung zum zeitlichen Ablauf der Renovierung und die zu erwartenden Schwierigkeiten, die sich aus der Beschaffenheit des Baugrundes ergeben könnten. Die Auswertungen zu den geophysikalischen und anderen Untersuchungen zum Zustand des Fußbodens und der vorhandenen Grabgelege sind bisher noch nicht abgeschlossen. Nach einer kurzen Einweisung ging es also rauf auf die Gerüste direkt an die Baubasis. Fast alle kamen mit, auch die Ältesten konnten auf einmal wieder Leitern steigen!

Schön, die freigelegten alten Bemalungen aus verschiedenen Jahrhunderten mal so aus der Nähe zu sehen. Jetzt versteht man erst, wie schwierig es für den Denkmalschutz sein wird zu entscheiden, was davon restauriert und später zu sehen sein soll! 
Wir sind gespannt darauf! Natürlich auf alle weiteren Bauausführungen und das Endergebnis! | Hartmut Spühr


© Enrico Konkel

Andacht zum Reformationsjubiläum in Wegendorf

Ich glaube fest, dass Gott bei den Menschen ist. Also kommt bestimmt etwas Gutes! Vielleicht sind dann alle wieder zusammen in einer großen Kirche! So könnte Martin Luther vielleicht sagen, wenn er heute aus dem Himmel auf seine Gemeinden herabsehen würde! Einer von vielen Gedanken Luthers und seiner Frau Katharina, die am Reformationstag 2017 in einem fiktiven Gespräch von der Kanzel der Wegendorfer Kirche zu hören war. 
Eine Andacht, die verbindet, sollte es sein. Mit allen evangelischen Kirchen Deutschlands gemeinsam. Mit gemeinsamem Glockenläuten für 500 Sekunden um 15.17 Uhr, zum Gedenken an 500 Jahre Reformation mit Thesenanschlag in Wittenberg und Erneuerung unseres Glaubens. 

Während des Glockenläutens gingen sicher viele unterschiedliche Gedanken durch die Köpfe der Anwesenden: Wie lebe ich meinen Glauben? Traue ich mich, ihn laut zu vertreten? Wie lang sind eigentlich 500 Sekunden? ... um nur einige zu nennen.
Eine feierliche Andacht verbunden im Gebet mit anderen an vielen Orten, Denkanstößen für die Zukunft unserer Gemeinden und Zeichen der Hoffnung für uns alle könnte das Fazit dieses Tages lauten. 
Beim gemeinsamen Kaffeetrinken im Küsterhaus bei Luthertorte und Keks konnte man ins Gespräch kommen und die Gemeinschaft noch einmal spüren. | Manuela Wenzel


© Enrico Konkel