EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE ALTLANDSBERG
 

 

Wie ist es um unsere Kirchen bestellt?

 

Wenn Sie sich vornehmen würden, jeden Tag eine Kirche in  den Dörfern und kleineren Städten des Landes Brandenburg zu besichtigen, dann hätten Sie erst nach fast 4 Jahren alle gesehen! Sage und schreibe etwa 1400 sind es. Eine Vielzahl von  ihnen stammt aus dem 12./13. Jahrhundert und sie sind aus dem Material errichtet worden, welches  man vor Ort in ausreichender Menge vorfand - aus Feldsteinen. Kirchen waren zu Beginn der christlichen Besiedlung der Mark und Neumark oft die einzigen massiven Gebäude und boten neben ihrer eigentlichen Aufgabe, ein Gotteshaus zu sein, auch Schutz vor Unwettern oder den nicht seltenen gewalttätigen Auseinandersetzungen rivalisierender Landesherren. Betrachtet man die Mauern etwas genauer, offenbaren sie uns ihre Geschichte. Exakt und kunstfertig behauenes Material zeugt von handwerklicher Qualität, die sich nicht jede Gemeinde leisten konnte. Veränderungen im Gefüge der Wände, Umbrüche an den Fensterlaibungen oder zugemauerte Pforten spiegeln die Veränderungen in der Architektur durch die Jahrhunderte wider. Betreten wir den Innenraum können wir auch hier einen Zeitsprung durch mehrere Architekturepochen machen oder die christliche Symbolik in verschiedenster künstlerischer Interpretation betrachten. Generationen haben uns ihre Handschrift hinterlassen und ihr Erbe ist Verpflichtung, diese Kleinode, die sich nicht selten in sanierungs- oder gar rettungsbedürftigem Zustand befinden, zu erhalten und so für die uns Nachfolgenden zu bewahren.

In Brandenburg haben sich seit der friedlichen Revolution 1989 viele Fördervereine und Kirchen-initiativen (z.Zt. ca. 290) zur Bewahrung der Sakralbauten gegründet, oftmals mit hilfreichem Beistand des Förderkreises Alte Kirchen Berlin - Brandenburg e.V., der im Jahr 2015 selbst auf 25 Jahre erfolgreiches Wirken für die Bewahrung der Gotteshäuser zurückblicken konnte. 40 Jahre religiöse Wüstenwanderung haben neben der Vernachlässigung dieser Bauten auch in den Köpfen und Herzen der Menschen diesseits der Trennungslinie des geteilten Deutschlands ihre Spuren im Bewusstsein für den Glauben und die Kirche hinterlassen. Haben die Gotteshäuser die Zerstörungsgewalt des Zweiten Weltkrieges intakt überstanden, so dienten sie zum Beispiel anschließend als Spender für Baumaterial und verfielen zusehends. Besonders die Kirchen auf dem Lande konnten oft nur mit großem Engagement der ortsansässigen Kirchengemeinden vor einer Schließung und somit dem endgültigen Verfall bewahrt werden. Den nach der politischen Wende gegründeten Vereinen ist es mit zu verdanken, dass ein rechtzeitiges Umdenken in der Wahrnehmung der kulturhistorischen Bauten stattfand. Die Kirche sollte sprichwörtlich "im Dorf bleiben."

Fahren Sie heute durch unseren Pfarrsprengel, so werden Sie Zeuge des sichtbar gewordenen Engagements dieser Kirchenhüter. Auch wenn längst nicht der gesamte Sanierungsrückstau beseitigt ist, muss in keiner der Kirchen der Gottesdienst ausfallen oder eine Besichtigung untersagt werden. Neben der Sicherung der Bausubstanz, der Sanierung oder gar dem Wiederaufbau fast vollständig verfallener Kirchen tritt ein zusätzlicher Aspekt dieses Engagements mehr und mehr in den Vordergrund. Was nützen uns neu gedeckte Kirchenschiffe und in frischen Farben erstrahlende Gewölbe oder Altäre, wenn sie nicht oder nur selten einer Nutzung durch die Gemeinde oder der Öffentlichkeit zugeführt werden. Die Orientierung auf ein gemeinsames und gemeinschaftliches Ziel der Mitarbeitenden in den Fördervereinen und Kirchengemeinden hat trotz unterschiedlicher Intentionen und Weltbilder jedes Einzelnen dazu geführt, dass diese Gemeinschaften zur Keimzelle eines erwachenden Interesses der Menschen an den Kirchen und somit an dem oft einzigen identitätsstiftenden Baudenkmal in der Mitte ihres Ortes geworden sind. Für viele Engagierte ohne religiöse Bindung bilden diese Gemeinschaften zugleich die erste Berührung mit Kirche als Raum und den darin enthaltenen Symbolen unseres Glaubens.

© Enrico Konkel

Die Fördervereine in Verbindung mit den Kirchengemeinden bieten ein breites Spektrum an ehrenamtlichen Tätigkeiten. So werden Kirchen neben den Amtshandlungen wie Gottesdiensten, Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten und Bestattungen auch für Veranstaltungen genutzt, die dem Charakter des Hauses entsprechen. Dazu zählen Konzerte verschiedenster Art, Lesungen, Ausstellungen, Theaterinszenierungen oder Filmvorführungen. Sonntag für Sonntag werden für einige Stunden die Kirchentüren geöffnet, um Besuchern, an Historie bzw. Architektur Interessierten oder dem Stille Suchenden die Gelegenheit zu bieten, sonst verschlossene Räume zu erleben. Wenn auch Sie sich im Ehrenamt in der Kirche oder den Fördervereinen engagieren möchten wenden Sie sich bitte an das Pfarrbüro oder die jeweiligen Fördervereine vor Ort. Weiterführende Informationen zu den Kirchenhütern finden Sie in den folgenden Verlinkungen auf die Websites der Vereine im Pfarrsprengel und den daran angrenzenden Gemeinden. Zu den Kirchengebäuden unserer Ortskirchengemeinden erfahren Sie mehr unter der Rubrik "Ortsgemeinden" auf der Startseite. │ eko

Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.   Psalm 26.8